BEWUSSTSEIN

Andere Tiere besitzen das grundsätzlich gleiche Bewusstsein wie wir Menschen

Bewusstsein: Neuron

Der aktuelle Stand der empirischen Forschung rund um Kognition und Bewusstein lässt erkennen, dass für keine der früheren Behauptungen exklusiver Bewusstseinszustände des Menschen jegliche Nachweise gefunden wurden. Die gesamten Erkenntnisse zeigen vielmehr auf, dass die anderen Tiere seit gut einer halben Milliarde Jahren das grundsätzlich gleiche Ich-Bewusstsein, die gleiche Wahrnehmung und den gleichen Genuss besaßen wie die Tierart Homo sapiens. Solche angeblichen Exklusivitäten wie „göttliche Beseelung“, „Vernunft“ oder „freier Wille“ waren als solche mit Hilfe des bei uns realtiv stark ausgeprägten kognitiven Merkmals des Abstraktionsvermögens geschaffene Konstruktionen, um den Menschen künstlich zu erhöhen und die anderen Tiere zu erniedrigen. Wesentlich höhere Leistungsfähigkeiten der Sinneswahrnehmung und stärkere Ausfaltungen der kognitiven Eigenschaften lassen darauf schließen, dass die selbstständig im Raum der Natur existierenden anderen Tiere über eine wesentlich höhere Intensität von Wahrnehmung und Genuss verfügen, als wir heutigen, vom System der Zivilisation getragenen Menschen.

Die Frage des Bewusstseins anderer Tiere ist von größter Bedeutung für das Verständnis der Welt

Die grundsätzliche Frage, ob die seit über 500 Millionen Jahre den Planeten Erde besiedelnden Tiere ein Bewusstsein hatten, ist von höchster Bedeutung für das Verständnis des Gesamtzusammenhanges der Welt. Wenn es so war, wie weite Teile der zivilisatorischen Philosophien, Religionen und anderer Kräfte behaupteten, dass nämlich nur die Spezies Homo sapiens eine Wahrnehmung von sich selbst, einen Erlebnishorizont und die Fähigkeit zum Genuss der eigenen Existenz besitzen kann, dann war dieser gewaltige Zeitraum eine ziemlich öde Sache. All die vielen Tiere, die darin existierten, wären also so etwas wie besinnungslose Bioroboter gewesen und erst als der Mensch vor einer relativ winzig kleinen Zeitspanne aufkam, wäre erstmals auch der Genuss der freien Entfaltung und das Abenteuer des Lebens wirklich entstanden.

Wenn es aber ganz anders war, dass nämlich auch die anderen Tiere ein solches Bewusstsein hatten und Genuss empfanden, und dass dies sogar auf viel höheren Graden stattfand als wir heutigen Menschen sie noch erreichen könnten, dann war der Planet seit einer halben Milliarden Jahre ein unvollstellbar gigantischer Raum des intensiven Abenteuers und des bewussten Genusses der von den natürlichen Gesetzmäßigkeiten abgesicherten regelmäßigen Freiheit.

Die Erde war seit mindestens 450 Millionen Jahren von bewusst wahrnehmenden Lebewesen besiedelt

Tatsächlich lässt eine Reflexion des aktuellen Kenntnisstandes relevanter Wissenschaften wie Kognitions- oder Neuroforschung erkennen, dass es nichts empirisch Nachgewiesenes gibt, das auf einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der bewussten Wahrnehmung und dem Empfinden des Menschen und zumindest den anderen Wirbeltieren hinweist. Entsprechende Behauptungen zu angeblichen nur dem Menschen innewohnenden Exklusivitäten wie „Ich-Bewusstsein“, „Vernunft“ oder „freier Wille“ sind im Sinne einer Exklusivität allesamt als künstliche und mittels falscher Anwendung der Sprache verbreitete Erfindungen entlarvt worden. Mittlerweile lässt sich anhand vielfältiger empirischer Nachweise rekonstruieren, dass zumindest alle Wirbeltiere seit etwa 450 Millionen Jahren die grundsätzlich gleichen organischen Vorraussetzungen besaßen, ihr Dasein genauso wahrzunehmen und zu genießen, wie ein heutiger Mensch. Und es kann darüber hinaus aus mehreren Gründen gefolgert werden, dass ihre freie Existenz im Raum der Natur tatsächlich mit wesentlich höherer Bewusstseinsintensität einherging als bei uns vom System der Zivilisation getragenen Menschen.

Was ist denn eigentlich das „Bewusstsein“?

Es erscheint zunächst nicht leicht, das Bewusstsein überhaupt einigermaßen zu definieren und zu beschreiben. Aber wenn man sich vorneherein nicht in die Suche nach komplizierten Lösungen verstrickt, sondern möglichst klare und vor allem unter Berücksichtigung des Standes der empirischen Neurowissenschaften wirklich solide Erklärungen sucht, dann kommt ziemlich schnell ein erstaunlich stabiles Bild heraus. Und es zeigt sich dann tatsächlich, dass die anderen Tiere, also etwa die Amsel oder das Eichhörnchen, genauso über ein „Ich“, einen bewussten Wahrnehmungshorizont sowie die grundsätzlichen gleichen Empfindungen verfügen müssen wie wir Menschen.

Der leichteste Einstieg in das Verständnis des Bewusstseins ist die mechanische Reflexion unseres eigenen Erlebnishorizontes, also dessen, was wir wahrnehmen, sobald wir morgens aufwachen. Es lässt sich dann zunächst unzweifelhaft festhalten, dass diese Wahrnehmung zu einem wesentlichen Teil von Reizen und Informationen bestimmt wird, die uns die Sinnesorgane liefern. Es geht dabei also etwa um den Geschmack beim Essen oder Trinken, dem Sehen von optischen Informationen, dem Riechen von Duftmolekülen und dem Hören von akustischen Reizen sowie dem sensorischen Fühlen etwa von warmer oder kalter Luft auf der Haut. Ein weiterer unzweifelhaft wesentlicher Baustein der Wahrnehmung ab dem morgendlichen Aufwachen sind die Empfindungen und Emotionen, die wiederum im Gehirn selbst produziert werden. Dazu zählen die im sogenannten neuronalen Belohnungssystem von körpereigenen Opiaten und anderen Hormonen ausgelösten „Glücksgefühle“, aber unter anderem auch solche Wahrnehmungen wie Schmerz oder Ärger.

Der Konzentrationspunkt der Wahrnehmung ist das eigentliche „Ich“

Es gibt also zwei ganz bestimmte Hauptqualitäten, aus denen sich das Bewusstsein wesentlich zusammensetzt: Einerseits die Informationen, die uns die Sinnesorgane etwa über das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Tasten liefern, sowie andererseits jene der Emotionen und Empfindungen, die durch organische Strukturen und Hormone im Gehirn ausgelöst werden. Und diese beiden Qualitäten müssen in so etwas wie einem „Konzentrationspunkt“ zusammenfinden und dort eben „wahrgenommen“ werden. Wenn das nicht so wäre, dann würde es keine Sinnesorgane, keine Nervenbahnen und keine Sinneseindrücke, keine neuronalen Belohnungssysteme, keine Emotionen und keine Empfindungen geben. Und da alle mit einem zentralen Nervensystem ausgestattete Tiere eben über Sinnesorgane und über neuronale Belohnungssysteme verfügen, kann es überhaupt nicht anders sein, als dass sie über einen solchen Konzentrationspunkt verfügen. Dies ist bereits der klarste und stabilste Beweis für die grundsätzliche Existenz ihres wahrnehmenden Bewussteins.

Alle Exklusivitäten des Menschen waren als solche Erfindungen – Wenn die Menschen eine “Seele” haben, dann muss diese bei anderen Tieren genauso vorhanden sein

Bevor man sich nun mal die relevanten empirischen Erkenntnisse zu den organischen Strukturen genauer anschaut, lässt sich noch eine weitere, indirekte Nachweisführung einschieben: Und zwar eine solche in Form einer Gegenprüfung aller solcher früherer Behauptungen, die sich auf angebliche grundsätzliche Besonderheiten des menschlichen Bewusstseins gegenüber jenem sämtlicher anderer Tiere beziehen. Auf diese Weise wird erkennbar, dass keine einzige dieser Behauptungen einer solchen Überprüfung standhält, egal ob sie etwa religiösen, esoterischen oder philosophischen Ursprunges waren. Es handelte sich stets um oft sehr trickreich und mit viel Phantasie gebildete Illusionen des kollektiven Unterbewusstseins, die sich häufig auf der Grundlage von langjährig zusammengesetzten schriftlichen Konstrukten zu dem Zweck gebildet haben, das Bewusstsein der anderen Tiere negieren zu können.

Zu den bekanntesten und ältesten dieser Tricksereien gehörte die exklusive „Seele“ des Menschen. Die Tierart Homo sapiens soll also eine besondere Seele haben, während es eine solche bei anderen Tieren nicht gibt. Das Problem dieses mittlerweile etwas aus der Mode geratenen Tricks bestand darin, dass niemals jemand so richtig auf den Punkt bringen konnte, was denn nun diese exklusive menschliche Seele genau sein soll. Und im Zuge der empirischen Erforschungen rund um Bewusstsein, Kognition und Gehirn wurde dementsprechend auch niemals irgendetwas gefunden, was eine solche Exklusivität des Menschen bestätigen würde. Im Sinne der Exklusivität handelte es sich einfach um ein Produkt der Phantasie. Wenn man das Ich des wahrnehmenden Konzentrationspunktes als Seele definieren möchte, dann hatten die anderen Tiere seit jeher auch eine Seele.

Der Trick mit der exklusiven Vernunft als Voraussetzung der Freiheit – ein Kunstprodukt der philosphischen Phantasie

Eine weiterer sehr bekannter Trick zum Herbeischummeln eines exklusiven Bewusstseinszustandes wurde insbesondere von Philosophen erfunden und er ging so: Der Mensch sei das einzige Wesen auf der Erde, das über echte „Vernunft“ verfüge. Diese Vernunft war im Grunde bereits eine eigene Definition eines angeblichen zentralen Teils des Bewusstseins. Und als entscheidende Ergänzung dieser Erfindung wurde sie zudem auch noch zur absoluten Voraussetzung für den Zustand der Freiheit erklärt. Somit war also die Stellung des Menschen gut geregelt: Nur er hatte Vernunft und somit ein richtiges Bewusstsein und deshalb kann auch nur er im Zustand der Freiheit sein.

Dass auch diese ausgedachte Konstruktion – nachdem sie sich über Jahrhunderte stabil etabliert hatte – mittlerweile etwas aus der Mode gekommen ist, hat verschiedene Gründe. Zum einen wurde – so wie bei der „exklusiven Seele“ – nie eine wirklich schlüssige oder gar empirisch beweisbare Definition der angeblichen exklusiven Vernunft des Menschen gefunden.

Die einzige logische Definition der echten Vernunft wäre die kognitive Ausrichtung der Entscheidungen und Handlungen des vernunftbegabten Wesens zum bestmöglichen und somit nachhaltigen eigenen Überleben sowie der ebensolchen Weitergabe der Erbinformationen an Folgegenerationen. Aber ausgerechnet bei Anwendung dieser einzig möglichen logischen Definition erscheint der heutige Mensch ganz aktuell als ein Wesen, das in Relation zu praktisch allen anderen Tieren mit einem besonders niedrigen Grad der Vernunft ausgestattet ist. Insbesondere der mittlerweile vielfältig beweisbare Prozess der Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen lässt die Behauptung der exklusiven Vernunft des Menschen geradezu wie einen schlechten Witz erscheinen.

Bei den oft über hunderte Buchseiten ausgeführten Begründungen der früheren Philosophen wie Descartes und Kant zu der angeblichen exklusiven Vernunft des Menschen handelte es sich weitgehend um geistige Luftknoten. Deren enorme Popularität lag darin begründet, dass das Kollektiv der Menschheit genau so etwas einforderte, also eine künstliche Erhöhung des Menschen bei gleichzeitiger Erniedrigung der anderen Lebewesen samt Negierung ihres Bewusstseins. Und das eigentliche Hauptziel lag darin, die Versklavung insbesondere der anderen Tiere zu legitimieren. Es war also sicher kein Zufall, dass die zurechtkonstruierte „exklusive Vernunft“ auch noch Grundlage der „exklusiven Freiheit“ sein sollte.

Der relativ stark ausgeprägte Neocortex ist weder Heimat des „Ich“ noch Generator des Bewusstseins

Zu den sehr bekannten Tricks gehörte auch generell die schlichte Behauptung eines exklusiven Ich-Bewusstsein des Menschen, ohne dies weitergehend zu begründen. Man sagte und schrieb also etwa: „Ich begreife, dass ich ein Selbst habe und das können nur wir Menschen, nicht aber die Tiere“. Dieses diffuse Konzept sitzt auch heute noch recht fest im Weltbild der allgemeinen Menschheit. Dass dies in Fachkreisen anders ist, liegt daran, dass im Zuge der Forschungen zu Gehirn und Kognition einfach nichts Stabiles gefunden wurde, was den Unterschied der Ich-Wahrnehmung und des entsprechenden Bewusstseins zu jenen der anderen Tieren begründen könnte.

Während der Laie – im Internet gut beobachtbar – einfach losplappern kann: „Doch das ist so, ich weiß doch, dass nur ich als Mensch richtig denken kann und mein Ich wahrnehme und dass die Tiere das nicht können.“, so benötigen solche Annahmen in der empirischen Forschung wenigstens irgendetwas Greifbares, also etwas, das sich über die reine Idee und Phantasie hinaus beweisen lässt. Hierzu gab es in der seriösen Forschung eigentlich nur ein einziges ansatzweise begründbares Argument, welches sich allerdings mittlerweile ebenfalls aufgelöst hat. Und zwar wurde angenommen, dass der beim Menschen relativ zu den meisten anderen Wirbeltieren sehr stark ausgeprägte Neokortex, also die Hirnrinde, die Voraussetzung und Heimat des Ich-Bewusstseins sei.

Ab den 1980er Jahren wiesen dann zunächst immer mehr Stimmen aus den relevanten Fachkreisen darauf hin, dass es sich bei dem Neokortex nicht um eine zentrale organische Funktionseinheit der Wirbeltiergehirne handelt, sondern um eine gegenüber den meisten organischen Hirnstrukturen eher nachrangige Einrichtung. In den 1990er Jahren, als die Computer populär wurden, kamen schließlich die Vergleiche mit einer beim Menschen relativ leistungsfähigen, aber hinsichtlich des Bewusstseins neutralen Festplatte auf. Dass also der Mensch tatsächlich zu wesentlich höheren Leistungen der Abstraktion und somit etwa des Rechnens und des komplexen Informationsaustausches fähig ist, wurde nun als eine Folge dieser „Festplatte“ erkannt. Aber gleichsam kristallisierte sich die logische Folgeerkenntnis heraus, dass das eigentliche „Ich“ und die Wahrnehmung desselben sowie ganz generell das Bewusstsein in den viel älteren und zentraleren Regionen des Gehirns entstehen müsse.

Die seriöse Kognitionsforschung hat das grundsätzlich gleiche Bewusstsein der anderen Tiere zwar nun anerkannt, versucht jetzt aber, es zu einer eher blassen Sache zu machen

Was in der Folge dieser neuen Einsichten innerhalb der seriösen Teile der Kognitionsforschung passierte, war praktisch eine Flucht in eine andere Richtung: Etwa ab der letzten Jahrtausendwende gab man zwar zumeist zu, dass der Neokortex nicht der Entstehungsort des Bewusstseins sein kann und somit die anderen Wirbeltiere aufgrund der sonstigen weitgehend gleichen Gehirnstrukturen grundsätzlich auch über ein Bewusstsein verfügen müssen. Aber nun hieß es, dass die relativ starke Ausprägung der Hirnrinde beim Menschen nicht nur wie die kalte Festplatte eines Rechners zu betrachten sei, sondern auch als Verstärker des Reichtums von Wahrnehmung und Bewusstsein. Das würde also zwar bedeuten, dass die Amsel auch mit einem wahrnehmenden Konzentrationspunkt und somit einem grundsätzlich gleichen Bewusstsein ausgestattet ist, aber ihr Erlebnishorizont wesentlich „ärmer“ sei als jener des Menschen.

Um diesen bis heute (2020) aktuellen Stand des Weltbildes des Mainstreams der Kognitionswissenschaftler praktisch zu illustrieren, folgend ein Zitat des in der Zunft sehr renommierten Professors für Neurologie und Psychologie an der University of Southern California, António Damásio. Er ist quasi in seiner Zunft auf der Höhe der Zeit und hat den relevanten Punkt 2017 wie folgt zusammengefasst:

Es ist außerdem interessant, dass wir den Hirnstamm, den wir haben mit einer Vielzahl anderer Spezies teilen. Bei den Wirbeltieren ist das Design des Hirnstamms unserem sehr ähnlich, das ist einer der Gründe, aus denen ich annehme, dass andere Spezies ein Bewusstsein wie wir haben. Mit der Ausnahme, dass es nicht so reichhaltig ist, weil sie keine Hirnrinde wie wir haben. Da liegt der Unterschied. Ich widerspreche entschieden der Idee, dass das Bewusstsein als das großartige Produkt der Hirnrinde betrachtet werden sollte. (…)“ [1]. Externe Quelle: TED.com

Ein in der Natur frei entfaltetes Tier muss einen viel intensiveren und reicheren Erlebnishorizont haben als ein „Zivilisationsmensch“

Jetzt, wo sich die Idee des exklusiven Bewusstseins des Menschen gegenüber jenem der anderen Tiere mangels jeglicher Beweise aufgelöst hat, entsteht also eine ganz neue Ausflucht: Man versucht nun wenigstens eine graduelle Reduzierung des Bewusstseins der anderen Tiere zu finden. Ihr Erlebnishorizont soll zu einer eher blassen und dumpfen Angelegenheit geschrumpft werden, während jener des Menschen bunt, groß und reichhaltig sei. Es lässt sich allerdings leicht aufzeigen, dass diese Annahme ebenfalls keine echte Basis hat und eine tiefere Analyse sogar das Gegenteil erkennbar macht.

Grundsätzlich kann eine hohe Reichhaltigkeit innerhalb des Konzentrationspunktes des Bewusstseins nur dadurch entstehen, dass die dortige Wahrnehmung der ankommenden und verarbeiteten Sinnesinformationen sowie der Empfindungen möglichst vielfältig und intensiv sind. Und es kann auf der Basis zahlreicher Nachweise angenommen werden, dass diese Parameter bei einem in der Natur frei entfalteten Tier sogar wesentlich höher liegen müssen als wir heutige Menschen dies noch erleben könnten.

Der erste Grund für diese Annahme besteht darin, dass sich der von der Zivilisation getragene Mensch hinsichtlich der Intensität seiner Sinneswahrnehmungen auf einer Höhe befindet, die weit unterhalb jener der meisten in der Natur frei entfalteten anderen Wirbeltiere liegt. Die im Konzentrationspunkt des Bewusstseins, also dem Ich, wahrgenommenen visuellen, akustischen, geruchlichen, geschmacklichen und sensorischen Eindrücke, haben sich im Laufe der zivilisatorischen Entwicklung hinsichtlich ihrer Intensität stark zurückgebildet, weil sie viel weniger benötigt wurden. Es hat sich also eine weitreichende Rückbildung durch Nichtnutzung vollzogen. Praktisch zu allen in der Natur frei existierenden Wirbeltieren wurden Leistungsfähigkeiten der Sinneswahrnehmung beschrieben, die graduell um das Vielfache über unsere hinausgehen. Dies schließt auch Menschen ein, die noch als Jäger und Sammler existierten.

Man kann also schon auf Grund der relativ viel sensibleren Sinnesorgane und Sinneswahrnehmung davon ausgehen, dass zum Beispiel ein Reh oder eine Amsel im Wald um ein Vielfaches mehr hört, sieht und riecht als ein sich dort gleichzeitig aufhaltender „Zivilisationsmensch“. Und es lässt sich nicht begründen, wie und warum das stärker ausgeprägte, aber hinsichtlich dieser Wahrnehmung neutrale Abstraktionsvermögen des Menschen quasi eine nachträgliche Verstärkung und Intensivierung dieser wesentlichen Bausteine des Erlebnishorizontes und der gesamten Wahrnehmung bewirken soll. Offensichtlich handelt es sich auch hier wieder um eine bloße Idee, welche der Phantasie entsprungen ist und die keinerlei Logik hat. Sie mag sich in den Köpfen der Allgemeinheit festgesetzt haben, kann aber in keiner Weise empirisch begründbar sein.

Das Neuronale Belohnungssystem ist bei allen Wirbeltieren weitgehend gleich aufgebaut

Soweit sich also stabil annehmen lässt, das die Hauptqualität der Sinneswahrnehmung beim Menschen im System der Zivilisation im Vergleich zu einem in der Natur frei entfalteten anderen Tier in relativ geringen Graden der Intensität stattfindet, so wäre die nächste Frage, wie es sich mit der Intensität solcher Empfindungen verhält, die man etwa „Glücksgefühle“ bezeichnet und die von organischen Strukturen des Gehirnes ausgehen.

Zunächst kann wieder sicher festgestellt werden, dass sämtliche früher angenommenen grundsätzlichen Exklusivitäten des Menschen hinsichtlich der Emotionen und Empfindungen unter dem Druck der Erkenntnisse empirischer Forschung zusammengebrochen sind. Auf die Wirbeltiere bezogen gibt es heute nichts mehr, das eine empirische Begründung für einen Unterschied zwischen der Gefühlswelt etwa von Rotkehlchen, Baummardern, Menschen oder Lachsen bieten könnte. So veröffentlichten im Jahr 2011 Forscher der Universität von Austin / Texas das Ergebnis einer umfangreichen systematischen Analyse, für die mehrere Hundert relevanter Studien etwa aus den Bereichen der Neuroanatomie, Neurochemie und der Genetik reflektiert wurden [2].

Diese Auswertung ergab, dass bei sämtlichen Wirbeltieren jene Gehirnteile, die für die Hervorbringung der meisten Emotionen und Empfindungen zuständig sind, seit 450 Millionen Jahren anatomisch fast unverändert existieren und bei allen Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren bis heute weitestgehend gleich sind. Dies betrifft unter anderem das erwähnte Neuronale Belohnungssystem, also jene Bereiche in unserem Gehirn, die mit Endorphinen und anderen körpereigenen Opiaten zu wesentlichen Teilen das Verhalten steuern, und die auf der organischen Ebene die angenehmen Glücksgefühle hervorbringen. Und es gilt auch insgesamt für das sogenannte „Soziale Netzwerk“, welches sich über das eigentliche Belohnungssystem hinaus über das Zwischenhirn bis zum vorderen Hirnstamm erstreckt.

Die Gleichheit reicht bis hin zu den genetischen Strukturen und den verschiedenen Hormonen und Botenstoffen. So werden nicht nur gleiche Dopamine verwendet, sondern auch die Bandbreite der Steroid- und Peptidhormone, wie etwa das „Sozialhormon“ Oxytocin. Es handelt sich bei dieser in der Wissenschaftsgemeinde praktisch durchweg anerkannten Studie um einen faktischen Nachweis, dass alles, was wir Menschen fühlen, von allen anderen Wirbeltieren grundsätzlich genauso gefühlt wird. Und es ist ein weiterer Baustein zum soliden Erkennen des grundsätzlich gleichen Bewusstseins.

Viele Fachkollegen bewerteten die in Austin erarbeiteten Erkenntnisse jedenfalls als einen Aufbruch ihrer gesamten Zunft in eine völlig neue Wissensebene. Der Wiener Verhaltensforscher und Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle, Professor Kurt Kotrschal, nannte sie ein „Jahrhundertereignis“ und veröffentliche eine auch für den Laien leicht verständliche Zusammenfassung, die im Internet unter der Überschrift „Vom Fisch bis zum Menschen: Eine einzige Mischpoche“ abgerufen
werden kann. [3]

Die freie Entfaltung im Raum der Natur ist Grundlage für die maximale Intensität der Empfindungen

Was nun die Frage der Intensität der somit grundsätzlich gleichen Empfindungen aller Wirbeltiere angeht, so lässt sich diese zwar nicht so direkt messen, wie es mit den Sinnesleistungen möglich ist. Aber mit Blick auf die zwangsläufig wesentlich intensivere Auslebung sämtlicher evolutionär entstandener und somit angeborener Merkmale, Eigenschaften und Bedürfnisse im ursprünglichen Entfaltungsraum der Natur, kann angenommen werden, dass auch die eigentlich zur Steuerung des Verhaltens entstandenen organischen Strukturen des Neuronalen Belohnungsystems ebenfalls wieder wesentlich stärker ausgeschöpft werden (müssen) als es bei uns vom System der Zivilisation getragenen Menschen der Fall ist.

Im logischen Sinne ist die vollständige freie Entfaltung aller evolutionär entstandenen und dem Indiviuum angeborenen Merkmale im ursprünglichen Entfaltungsraum der Natur sogar die entscheidende Grundlage und Voraussetzung für die maximale Intensität sämtlicher Empfindungen. Denn die evolutionären Zwecke dieser Empfindungen lagen ohne Zweifel seit mehreren Hundert Millionen Jahren in dem bestmöglichen Bestehen in diesem Entfaltungsraum. Die vielen Ersatzhandlungen des Zivilisationsmenschen zur Stimulation des Belohnungssystems können sich diesem Maximum nur annähern, es aber unmöglich erreichen. Dabei spielt es keine Rolle, wie versucht wird, die ersatzweise Stimulation herbeizuführen, also etwa durch Drogen, Essen, Medien, Sport oder jeglichen Konsum zivilisatorischer Produkte. Es lässt sich somit folgern, dass neben der ersten Hauptqualität der Sinneswahrnehmung auch die Intensität der Empfindungen bei den freien Wirbeltieren in der Natur auf viel höheren Graden stattfindet als wir sie noch erfahren könnten und dass dies seit fast einer halben Milliarde der Fall war.

Auch die Wirbellosen verfügen über neuronale Belohnungssysteme mitsamt „Glückshormonen“

In jüngster Zeit wurden im Übrigen zahlreiche empirische Studien hervorgebracht, nach denen nicht nur Wirbeltiere, sondern alle mit einem zentralen Nervensystem ausgestatteten Tierarten mit weithin gleichen organischen Voraussetzungen hinsichtlich der Emotionen und Empfindungen ausgestattet sind. Schon seit einigen Jahrzehnten liegen Nachweise dafür vor, dass die Gliederfüßer, also etwa Insekten und Spinnen, ein ganz ähnlich funktionierendes neuronales Belohnungssystem besitzen wie die Wirbeltiere [4].

Und mittlerweile wurden sogar gleiche Strukturen und Funktionen bei relativ noch sehr viel „einfacheren“ Tieren nachgewiesen – bis hin etwa zu den winzigen Fadenwürmern [5]. Diese sind dann zwar wirklich sehr viel weniger komplex als jene der Amsel oder des Menschen. Aber somit werden jedenfalls nicht nur das die Sinneseindrücke wahrnehmende Bewusstsein, sondern auch dessen Genuss der selbstbestimmten und frei entfalteten Existenz, eine im empirischen Sinne nachgewiesene Tatsache, welche – in einem grundsätzlichen Sinne – praktisch für das gesamte Tierreich des Planeten Erde zutrifft.

Die menschliche Sprache als philosophischer „Rettungsanker“ und die Illusion ihrer Funktion für das Denken

Für das vollständige Auflösen der Illusion des exklusiven Bewusstseins des Menschen gibt es nun noch einen Punkt, der insbesondere in der philosophischen Zunft wie ein letzter Rettungsanker verwendet wird: Die Sprache. Es wird dabei also versucht, jenes Werkzeug, mit dem all die künstlichen und mittlerweile sämtlich widerlegten Konstruktionen der menschlichen Exklusivitäten aufgebaut wurden, einfach selbst zum Beweis einer solchen werden zu lassen. Dass es sich auch hier wieder nur um einen Trick zum Herbeischummeln eines besonderen Bewusstseinszustandes handelt, lässt sich ebenfalls durch zahlreiche empirische Erkenntnisse leicht belegen.

Die menschliche Sprache ist eine Methode zum Informationsaustausch zwischen den Individuen der Spezies Homo sapiens. Andere Tierarten nutzen ebenfalls vielfältige und oft sehr komplexe solcher Methoden, die sich zumeist genauso der menschlichen Aufschlüsselung verschließen, wie es umgekehrt bei den anderen Tieren gegenüber unserer Sprache der Fall ist. Dabei erstrecken sich die verwendeten Werkzeuge des Informationsaustausches bei der Gesamtheit der anderen Spezies über alle Sinne und sie sind oft sehr komplex und feingliedrig. Insekten zum Beispiel nutzen mitunter zum Transfer Duftstoffe in der Menge einzelner Moleküle. Und viele Vögel, Fledermäuse, Fische und andere Wirbeltiere verwenden Töne, die wir überhaupt nicht hören können.

Eine weit verbreitete Illusion rund um die menschliche Sprache besteht darin, sich einzubilden, dass das „Denken“ erst durch sie entsteht. Dass dies wirklich auf reiner Einbildung beruht, kann man an sich selbst ganz praktisch erkennen, wenn man gerade etwas erzählen – also abstrakt vermitteln – will, und dabei der passende Begriff nicht einfällt. Man weiß genau, was man ausdrücken möchte, um was es also geht, und „das Wort liegt auf der Zunge“, aber man findet es gerade nicht.

Die Sprache ist also tatsächlich nur eine zweitrangige Abstraktion der Gedanken, welche es ansonsten aber genauso geben würde, wenn man gar keine Sprache verwenden würde. Und das eigentliche Denken kann nichts anderes sein, als das Verarbeiten der eingehenden Informationen in dem bewussten Konzentrationspunkt und deswegen muss es grundsätzlich genauso auch bei anderen Tieren vorhanden sein.

Aufgrund des relativ stark ausgeprägten Abstraktionsvermögens des Menschen kann dieser sein Denken zwar auf Felder ausweiten, die von anderen Tierarten gedanklich nicht berührt werden. Allerdings lässt sich zum Beispiel anhand verschiedenster religiöser und philosophischer Konstrukte erkennen, dass diese Felder häufig oder sogar weitestgehend Phantasiegebilde sind, die nichts mit der Realität zu tun haben.

Die Sprache ist also auf keinen Fall eine Voraussetzung für ein erweitertes oder stärker empfundenes „Ich“, noch sonst für irgendwelche Empfindungen und auch nicht für das Denken. Der Physiker Albert Einstein, dem es gelang, seine Denkprozesse sehr erfolgreich zum Erfassen der Realität anzuwenden und dabei ein sehr hohes Abstraktionsvermögen bewies, rückte die Sprache diesbezüglich in eine völlig nichtige Position:

Weder geschrieben noch gesprochen scheinen Wörter und Sprache irgendeine Rolle in meinem Denkprozess zu spielen.“ [6] Albert Einstein, 1935

Ein Hindernis zum Verstehen liegt in dem beim heutigen Menschen geschrumpften Erfahrungshorizont

Nun bleiben, selbst für einen Zivilisationsmenschen der alles oben Geschriebene verstanden und akzeptiert, zwei Probleme übrig, die ihm gewissermaßen das vollständige Erfassen dessen enormer Tragweite zumindest stark erschweren. Das erste besteht darin, dass sich der Aspekt der viel höheren Intensität der Wahrnehmung eines sich im Raum der Natur frei entfaltenden Tieres für ihn selbstverständlich nicht wirklich nachempfinden lässt. Wir erleben diese Intensität ja nicht mehr und können sie deswegen logischerweise auch gar nicht wirklich „nachempfinden“.

Diesem Problem lässt sich etwas entgegenwirken, indem man gelegentlich versucht, sich gedanklich in die Position eines solchen in der Natur frei entfalteten Tieres hineinzuversetzen. Auf dem Fundament des Begreifens, dass dessen Bewusstsein grundsätzlich gleich ist, kann diese Übung ein gutes Stück weit Einblick bieten in den wohl zweifelsohne sehr abenteuerlichen Erlebnishorizont etwa eines Vogels, der vollkommen selbstbestimmt existiert, mit nichts als dem eigenen Körper durch die Luft fliegt, die Nächte im dunklen, schwankenden Baum verbringt und dessen Tage mit genau den Tätigkeiten erfüllt sind, die exakt zu seinen angeborenen Merkmalen passen.

Der heutige Zivilisationsmensch stellt sich die freie Entfaltung in der Natur fälschlich als einen unangenehm empfundenen Überlebenskampf vor

Jetzt taucht noch das zweite der letzten Probleme auf: Der von der Zivilisation getragene Mensch neigt dazu, sich diese freie Existenz, auch wenn er die damit einhergehende Intensität der Wahrnehmung gar nicht mehr bestreitet, als einen ständigen Überlebenskampf vorzustellen, also etwas, das sich eher unangenehm und beängstigend anfühlen müsste. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Illusion. Diese wurde im Rahmen der Verdrängung der Perversion der eigenen Handlugen gegenüber den versklavten Lebensformen aufgebaut. Typische Merkmale sind etwa solche Konzepte wie „grausame Natur“ oder „Fressen und Gefressenwerden“. Man machte sie zur Maxime der Natur, um die eigene tatsächliche Grausamkeit kaschieren zu können.

Diesem Problem lässt sich ebenfalls wieder durch eine längerfristige Übung in Form von Beobachtung und Reflexion echter Tiere in der Natur entgegenwirken. Mit entsprechender Konzentration wird man im Laufe der Zeit zunehmend erkennen, dass zum Beispiel die Amsel im Wald mit allem ausgestattet ist, was zu einer sehr genussvollen Wahrnehmung der eigenen Existenz notwendig ist. Wenn sie also nachts im dunklen, schwankenden Baum sitzt, dann friert sie nicht, weil sie ihr Federkleid so aufplustern kann, dass sie sich auch bei tieferen Temperaturen wohlfühlt. Und wenn sie eine Gefahr etwa durch einen Fressfeind erkennt, dann wird sie diesem, wenn sie gesund ist, hinsichtlich ihrer schnellen Reaktion bei weitem überlegen sein.

Für die Amsel ist diese natürliche Gefahr nicht beängstigend, sie ist so alltäglich wie die Autos, vor denen sich der geübte Stadtmensch ständig in acht nimmt, ohne dass er sich vor ihnen fürchtet. Und wenn die Amsel tagsüber Nahrung auf der Lichtung jagt und sammelt, dann ist das so wie wenn ein Mensch soviel er möchte seiner Leidenschaft nachgehen kann. Für sie ist das nicht so, wie für einen heutigen Menschen, der im System der Zivilisation unter Verbiegung seines ursprünglichen kognitiven Wesens arbeiten muss, um das Geld für die Nahrung zu erlangen. Sondern sie tut genau das, was zu all ihren in Jahrmillionen der Evolution enstandenden und ihr als Individuum angeborenen Merkmalen, Eigenschaften und Bedürfnissen passt.

Solche Menschen, die noch als reine Jäger und Sammler im Raum der Natur existierten, verfügten offenbar über den dort regelmäßig vorhandenen intensiven Erlebnishorizont

Die Ausführungen der letzten Absätze lassen sich durch Zeugenaussagen solcher Leute untermauern, die im 19.Jahrhundert in Australien damals noch vorhandenen reinen Jägern und Sammlern begegnet sind. Denn selbstverständlich befand sich die Intensität der Wahrnehmung bei diesen noch im System der Natur eingebundenen Menschen ebenso noch auf einer ähnlichen Höhe wie es bei anderen dortigen freien Tieren der Fall ist. Im Jahre 1848 schrieb der Forscher Major Mitchell, einer der ganz wenigen frühen europäischen Siedler des australischen Kontinentes, die sich respektvoll den dortigen jagenden und sammelnden Ureinwohnern widmeten, über deren von ihm weitreichend bezeugte Existenz:

„Solch eine Intensität des Daseins, dies muss, kurz gesagt, sehr weit über allen Genüssen des zivilisierten Menschen liegen, über allem, was ihm die Künste je erbringen könnten“ [7].

Mitchell hat mit einem einzigen Satz die Realität der Kognition so gut beschrieben, dass es besser wohl gar nicht ginge. Und eine gute Ergänzung findet sich in einem Satz von Tom Petrie, der sogar mehrere Jahre seiner Jugend in Australien bei reinen Jägern und Sammlern lebte, ihre Sprachen lernte und ihre Lebensweise so intensiv kennenlernte wie wohl kaum irgendein anderer Europäer. Er erinnerte sich als alter Mann im Jahr 1904:

Für sie war es ein wirkliches Vergnügen, sich die Nahrung in der Natur zu beschaffen. Sie waren so leichtherzig und fröhlich, es gab nichts, was sie belastete“ [8].

FAZIT:

Es lässt sich unter Verwendung des neuesten Standes der relevanten empirischen Wissenschaften in Verbindung mit der Logik stabil feststellen, dass der Planet Erde seit rund 500 Millionen Jahren von Tieren besiedelt wurde, deren Existenzen mit dem grundsätzlich gleichen Bewusstsein und den ebenso grundsätzlich gleichen Empfindungen einhergingen, wie sie bei uns Menschen vorhanden sind. Kein einziger der vielen Versuche, das Bewusstsein der anderen Tiere in dieser Hinsicht zu negieren und sie zu eher bewusst- und empfindungslosen Wesen zu degradieren, kann einer echten Überprüfung standhalten. Im Gegenteil dazu lässt sich gut begründet annehmen, dass das wahrnehmende und empfindende Bewusstsein zumindest der Wirbeltiere, welche sich im System der Natur frei entfalten, mit einer viel höheren Intensität stattfindet und stattfand, als wir heutige Menschen sie noch erleben könnten. Somit kann als Fazit festgestellt werden, dass der Planet Erde in diesen rund 500 Millionen Jahren nicht nur ein Raum der regelmäßigen freien Entfaltung war, sondern auch einer des sehr intensiven, bewusst wahrgenommenen Abenteuers und des Genusses all dessen.

Quellen:

[1] António Damásio, 2011. Vortrag auf www.ted.com. Transkipt, abgerufen am 10.05.2017 um 15:00 Uhr auf: https://www.ted.com/talks/antonio_damasio_the_quest_to_understand_consciousn
ess/transcript?language=de
[2] Comp Neurol. 2011 Dec 15;519 (18):3599-639, The vertebrate mesolimbic
reward system and social behavior network: a comparative synthesis. O’Connell LA1, Hofmann HA, Institute for Cellular and Molecular Biology, University of Texas at Austin, USA. PMID: 21800319 DOI: 10.1002/cne.22735
[3] Die Presse 18.06.2012 Kurt Kotrschal: Vom Fisch bis zum Menschen: Eine
einzige Mischpoche / Abgerufen am 24.03.2017 um 15:00 Uhr:
http://diepresse.com/home/meinung/wisskommentar/766884/Vom-
Fisch-bis-zum-Menschen_Eine-einzige-Mischpoche
[4] 2010 Barron, Sovik and Cornish: The Roles of Dopamine and Related Compounds in Reward-Seeking Behavior Across Animal Phyla; Front Behavior Neurosci. 2010; 4: 163.
[5] Chase, D. L., Koelle, M. R. WormBook. 2007 Feb 20: 1-15. Biogenic amine
neurotransmitters in C. elegans.
[6] Keith Devlin, Das Mathe-Gen oder wie sich das mathematische Denken
entwickelt Deutscher Taschenbuch Verlag, 2003, S. 153.
[7] Tim Low, Wild Food Plants of Australia, Angus & Robertson
[8] Tim Low, Wild Food Plants of Australia, Angus & Robertson